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Die Frau
Wegen der Lachgrübchen einer Frau werden ganze Schlösser zugrunde
gerichtet.
Auch die Frau unedler Herkunft wird oft in einer Sänfte getragen, die von
Edelsteinen glänzt.
Die schöne Frau ist die Feindin der hässlichen.
Eine schöne Frau schminkt sich nicht.
Wenn eine Frau ohne Eifersucht ist, nimmt ihr Mann hundert Schwächen in
Kauf.
Gib acht auf das Herz deiner Frau, auch wenn sie dir sieben Kinder
geboren hat!
Sehen ist Gift für die Augen.
Hunde, Katzen, Kinder und alte Weiber sind in Gesellschaft unwillkommen.
Unter schönen Frauen gibt es viele dumme.
Vor der Tür einer Witwe wird viel Gutes und Böses geredet.
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Die Ehe
Ehegatten haben Freud und Leid gemeinsam.
Mann und Frau verbinden sich für zwei Welten.
Die sich gleichen, werden ein Paar.
Wenn der Mann krank ist, verfällt das Haus; wenn die Frau krank ist, die
Liebe.
Um einen Ehestreit schert sich kein Hund.
Die Frau ist der Schatz des Hauses.
Seiner Frau und gekochtes Reis wird man nicht satt.
Frauen und Zimmermatten sind am besten solange sie neu sind.
Ein böses Weib ist wie eine Missernte für sechzig Jahre.
Aus einer schlechten Verbindung kann man sich schlecht lösen.
Eine Frau die nach drei Jahren keine Kinder hat, verlässt der Mann.
Spucke nicht auf deinen Mann zurück!
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Eltern - Kinder
Die Söhne folgen dem Vater, die Töchter der Mutter.
Die Güte des Vaters übersteigt die Höhe der Berge, die Güte der Mutter
geht tiefer als das Meer.
Kinder sind das Band zwischen den Ehegatten.
Wer keine Kinder hat, kann nicht weinen.
Selbst wer allein einen Stein zu bewegen vermöchte, an dem sonst tausend
Menschen zu ziehen haben, käme doch nicht gegen die Eltern an.
Die Liebe der Eltern ist hundertmal größer als die Liebe der Kinder.
Wenn du ein Kind liebst, gib ihm viele Schläge; wenn du es hasst, gib ihm
viel zu essen!
Das Kind, das du liebst, schicke auf Reisen!
Die Kinder des Frosches sind Frösche.
Man hasst nicht den Sohn, der stiehlt, sondern dessen Häscher.
Brüder, die sich im Haus zanken, gehen gemeinsam gegen den Feind von
außen.
Eis entsteht aus Wasser, ist aber kälter als Wasser.
Die Armen haben viele Kinder.
Gute Erziehung ist mehr wert als vornehme Herkunft.
Der Löwe stößt seine Jungen ins Tal hinab (um sie zu erproben).
Schon unter Brüder beginnt die Entfremdung.
Auch ohne Eltern werden die Kinder groß.
Eltern sind dumm.
Wenn es um Geld geht, sind sich selbst Eltern und Kinder fremd.
Rechtschaffene Leute haben viele Kinder.
Brüder sind wie zwei Hände.
Lieber einen Hund halten als die Enkel verhätscheln.
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Tugend - Laster
Das größte aller Laster ist die Wollust, die höchste aller Tugenden die
Kindesliebe.
Jeder Mensch hat ein Laster.
Das Böse kann das Gute nicht bezwingen.
Verborgene Tugend bringt glänzenden Lohn.
Übertriebene Höflichkeit ist Unhöflichkeit.
Menschenliebe überwindet den Bösen, Tugend bannt das Verhängnis.
Bescheidenheit ist der Anfang echter Höflichkeit.
Füttere einen Hund drei Tage lang: in drei Jahren wird er es dir nicht
vergessen.
Füttere eine Katze drei Jahre lang: in drei Tagen hat sie es vergessen.
Über dem Haupte des Rechtschaffenen weilen die Götter.
Entferne dich sogleich beim Anblick des Bösen!
Verzeihe andern, aber nicht dir!
Lieber ohne Tadel als mit Lob.
Betrachte den Zorn als deinen Feind.
Auch die Wohltat einer Mahlzeit soll man dem andern erwidern.
Wer mit Feuer spielt, nässt nachts das Bett. [Eine Warnung an Kinder]
Zu großer Mut ist kein Mut.
Lügen ist die Schwelle zum Diebstahl.
Lüge so, dass die Lüge als Lüge erscheint und nicht als Wahrheit.
Der Argwohn vermutet im Dunkeln den Schatten eines Menschen.
Habgier hat keine Augen.
Wer selbst fünfzig Schritte geflohen ist, lache nicht über den, der
hundert Schritte flieht.
Wer sich im Go- oder Schachspiel verliert, versäumt die Todesstunde
seiner Eltern.
Gute Taten vertreiben die Teufel.
Die Wächter machen manchmal eine Pause, die Diebe nie.
Dass zehntausend Knochen vertrocknen, ist das Verdienst eines einzigen
Feldherrn.
Der Bettler ist Stolz kein Dieb zu sein.
Der König hat zehn Tugenden, die Götter haben neun.
Selbst in dem Moor, das von einer Gottheit beschützt wird, wohnt eine
Schlange.
Die böse Tat klebt am Täter.
Die böse Tat eilt tausend Meilen fort, die gute aber bleibt im Haus.
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Reichtum - Armut
Sprich mit einem Reichen nicht über Armut!
Im Glanze des Geldes scheint selbst ein Dummkopf klug.
Reichtum und Ruhm sind wie Wolken und Rauch.
Übe lieber Sparsamkeit, als nebenher zu arbeiten.
Die Arbeit kann den Fleiß nicht einholen.
Die einen werden in der Sänfte getragen, die anderen tragen sie.
Der Weg von der Sparsamkeit zur Verschwendung ist leicht, von der
Verschwendung zur Sparsamkeit schwer.
Wenn du ein Hund wirst, werde Hund einer reichen Familie!
Frühaufstehen ist die Grundlage des Reichtums.
Der Reiche ist wie ein Aschenbecher: je mehr sich anhäuft, je schmutziger
wird er.
Wer in großer Üppigkeit lebt schält sogar Mochi. [Mochi - jap.
Reiskuchen]
Wenn sich in deinem Herzen ein Verlangen regt, denke an die Zeit, da du
in Not warst!
Die Kakifrucht der Armen hat viele Kernen.
Eine einzige Kerze einer armen Frau wiegt schwerer als zehntausend eines
Reichen.
Wer im Wohlstand lebt denkt an das nächste Jahr; wer im Elend lebt, an
den Augenblick.
Armut ist härter als Krankheit.
Der Arme und Geringe hat wenig Freunde.
Den Niedrigen und Armen schätzen selbst Frau und Kinder gering; den
Ruhmvollen und Reichen schätzen selbst Fremde hoch.
Wenn man arm ist, stiehlt man.
Bezahlung wäscht von Schande rein.
Der Arme kann ruhig schlafen.
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Gesundheit - Krankheit
Gesundheit ist Geld.
Krankheiten dringen durch den Mund ein.
Sobald man die Krankheit kennt ist man der Heilung nahe.
Geniale Menschen werden leicht krank.
Nicht die Arznei, der Arzt tötet den Menschen.
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Dummheit - Weisheit
Auch wenn der Fluss seicht ist, überquere ihn als wäre er tief.
Übergrosse Ehrlichkeit ist der Anfang der Dummheit.
Die Ströme und das Meer verschmähen die kleinen Flüsse nicht: daher ihre
Größe.
Der alte Rabe lacht über die Schwärze des Schweins, weiß aber nicht wie
hässlich er selber ist.
Ein guter Kaufmann verbirgt alles und tut als hätte er nichts; ein weiser
Mann ist voller Tugenden und tut, als wäre er dumm.
Der Wahrsager kennt sein eigenes Schicksal nicht.
Das Nachdenken des Dummen gleicht dem Schlaf.
Durch das Nahe lernen wir das Ferne kennen, durch das Trübe das Helle.
Durch eine grüne Brille erscheint alles grün.
Wer sich um die Dummen kümmert, dem geht die Sonne unter.
Wer stinkt merkt es selber nicht.
Der Weise begibt sich nicht in Gefahr.
Der Weise schämt sich nicht Niedere zu fragen.
Der Weise schont seinen Mund, Tiger und Leoparden schonen ihre Klauen.
Übertriebene Rücksichtnahme ist ebenso schlecht wie mangelnde
Aufmerksamkeit.
Wenn man das Alte erforscht, erkennt man das Neue.
Zehntausend Sehende - Zehntausend Blinde.
Ein Blinder fürchtet die Schlange nicht.
Der Verrückte verschüttet kein Wasser.
Ein Mann von Talent lebt nicht lang.
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Reden - Schweigen
Hüte dich vor den Schweigsamen!
Jede Sache muss besprochen werden.
Wenn man von Dingen spricht, die endgültig vorbei sind, lachen die Mäuse.
Wenn man von Dingen von Morgen spricht, lachen die Mäuse in der
Zimmerdecke.
Sprich nicht über die Mängel anderer.
Schöne Worte sind nicht wahr, wahre Wort sind nicht schön.
Wenn dich die Leute fragen, wird dein Schmerz noch größer.
Arznei ist im Munde bitter, Wahrheit beleidigt die Ohren.
Worte und Taten sind schwer in Einklang zu bringen.
Es ist schwer den harten Stein böser Worte glatt zu schleifen.
Der Mund der Leute ist ein Schreckenstor.
Der Klatsch der Leute dauert 75 Tage.
Ein verletzendes Wort ist scharf wie ein Schwert.
Wenn das unbedachte Wort einmal heraus ist, können es selbst vier Pferde
nicht wieder holen.
Erst mit dreitausend Worten kann man Konversation treiben.
Schwertwunden sind heilbar, Wortwunden nicht.
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Kunst & Können
Wenn man zehntausend Künste betreibt, beherrscht man keine gründlich.
Künste sind der Baum, der Früchte trägt.
Zehntausend Soldaten zu finden ist leicht, ein General zu finden schwer.
Der Meister sucht nicht erst lange den Pinsel aus.
Ein Meister schmäht die anderen nicht.
Mochi macht der Mochimacher [Mochi - jap. Reiskuchen]
Bei großer Kraftanstrengung frisst die Maus die Katz.
Eine Fertigkeit ernährt ihren Mann.
Viele Künste können dem Menschen zum Verhängnis werden.
Das Kind des Kaufmanns erwacht beim Klang des Rechenbretts.
Für Dichtkunst gibt es keine Lehrer.
Wasser läuft auch durch die Hände des Geschickten.
Als Wächter gegen Diebe stelle Diebe an.
Unreife Taktik schlägt tiefe Wunden.
Auch dem ungeschickten Schwertschmied gelingt einmal ein gutes Schwert.
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Schein - Wirklichkeit
Gegen Täuschung ist man machtlos.
Wer anderen gern ins Gesicht lobt, verleumdet sie gern hinter ihrem
Rücken.
Wenn der Papagei auch gut spricht, bleibt er doch ein Vogel.
Nichts ist offenbarer als das, was du verbergen willst.
Vergoldung blättert ab.
Gemalte Blumen haben keinen Geruch.
Wer trinkt, offenbart sein wahres Wesen.
Habe ein wachsames Auge auch auf den, der dich beschenkt.
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Glück - Unglück : Freud - Leid
Leid und Freude sind Weggenossen des Lebens.
Ein Tor zum Glück oder Unglück gibt es nicht; beide kommen wenn du sie
einlädst.
Freude ist der Keim des Leids, Leid der Keim der Freude.
Ein froher Mensch sieht jung aus.
Freude ist die große Wäsche des Lebens.
Der Fleiß ist die Mutter des Glücks.
Was übrigbleibt, bringt Glück.
Verschüttetes Wasser kehrt nicht in Gefäß zurück.
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Freunde - Feinde
Der Menschenfreund hat keinen Feind.
Selbst wenn man ins Haus eines Feindes geht, kehrt man nicht heim, ohne
den Mund angefeuchtet zu haben.
Das Wesen eines Menschen hängt vom Einfluss guter oder schlechter Freunde
ab.
Ein falscher Freund ist gefährlicher als aggressiver Feind.
Ohne Gegner kein Streit.
Fürchte dich nicht vor dem augenscheinlich großen Feind, schätze den
augenscheinlich kleinen nicht gering!
Wenn du hörst, dass andere sich freuen, freue dich mit ihnen!
Wenn du andere trauern siehst, trauere mit ihnen.
Wenn du die Leute nicht anlächeln willst, darfst du kein Geschäft
eröffnen.
Betrachte die Freunde des Menschen aus dem du nicht schlüssig wirst.
Forsche siebenmal nach bevor du jemanden verdächtigst.
Menschen gleicher Gesinnung suchen einander, Menschen mit gleicher
Krankheit bedauern einander.
Es ist schwer, sich um alle die Menschen zu sorgen mit denen uns nichts
verbindet.
Menschen, die den selben Weg gehen, sind einander freundlich gesinnt;
Menschen, die dieselbe Kunst betreiben, beneiden einander.
Mit einem Menschen versuche zusammenzuleben, ein Pferd versuche zu
reiten, dann erst urteile.
Mitgefühl kommt nicht nur den andern zugute.
Wer andere anstellt, wird selbst angestellt.
Enge Nachbarschaft ist nicht so gut wie durch eine Wand getrennt sein;
durch eine Wand getrennt sein ist nicht so gut wie der Tür gegenüber wohnen.
Kneife dich selbst und du kennst den Schmerz des andern.
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Volk und Staat
Wissenschaft und Kriegskunst sind wie zwei Räder einer großen Achse.
Wenn du in eine andere Gegend kommst, schicke dich in ihre Sitten!
Bevor du in ein Land gehst, frage was dort verboten ist.
Wer Geld raubt, wird getötet. Wer ein Land raubt, wird König.
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Schicksal
Siegen und Unterliegen sind Sachen des Glücks.
Der Reiskübel geht im Kreise um.
Es ist am besten, Geschick und Zeit abzuwarten.
Warte schlafend auf dein Glück.
Selbstverschuldetem Unglück entrinnt man nicht.
Was man will, wird nicht; was wird, will man nicht.
Heute das Geschick eines anderen, morgen das deine.
Wenn es Götter gibt die uns wegwerfen, gibt es auch Götter, die uns
retten.
Ehe die Zeit reif ist, hilft keine Arznei.
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Gewinnen - Verlieren
Wenn du gesiegt hast, schnalle den Helm fester.
In die Enge getrieben beißt die Ratte sogar die Katze.
Eine gute Gelegenheit ist schwer erlangt und leicht versäumt.
Wer sich nicht in die Höhle des Tigers wagt, fängt seine Jungen nicht.
Ein starker Wille dringt durch Felsen.
Wer im Go-Spiel gewinnt, verliert im Schach.
Es ist besser, daran zu denken, wie man nicht verliert, als daran wie man
gewinnt.
Sechsunddreißig Schlachtpläne sind nicht so gut wie die Flucht.
Nur Siege und keine Niederlagen kennen ist von Nachteil.
Verlieren ist auch ein Sieg.
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