Land Übersichtskarte
Die Karte zeigt die wichtigsten japanischen Städte zur Provinzkarte
Kurzer Überblick über die japanische GeschichteBemerkung vorab: die Details der Zeiteinteilung und die Namen der Perioden variieren mehr oder weniger, je nachdem, welche Quelle man heranzieht. Und da ich diese Übersicht im Laufe mehrerer Jahre zusammengetragen habe, spiegeln sich diese unterschiedlichen Materialien entsprechend wider. Ich habe nicht versucht, die Daten mit Gewalt konsistent zu machen, sondern die Angaben so belassen, wie ich sie bei den verschiedenen Quellen vorgefunden habe. Zunächst ein Kurz-Überblick: Joumon-Zeit (meist "Jômon-Zeit" geschrieben): 7000 - 250 v. Chr. Yayoi-Zeit: 250 vor - 300 n. Chr. Yamato-Zeit: 300 - 645 Nara-Zeit: 710 - 784 Heian-Zeit: 794 - 1185 Kamakura-Zeit: 1185 - 1333 Ashikaga-Muromachi-Zeit: 1338 - 1573 Innerhalb davon: Sengoku-Zeit: 1467 - 1568 Azuchi-Momoyama-Zeit: 1568 - 1600 Tokugawa / Edo-Zeit: 1600 - 1867 (Edo ist der alte Name von Tokyo) Ab hier werden die Perioden nach dem Regierungsmotto des jeweiligen Kaisers benannt: Meiji-Zeit: 1868 - 1912 Taishou-Zeit: 1912 - 1925 Shouwa-Zeit: 1926 - 1989 Heisei-Zeit: seit 1989 Ein Charakteristikum der japanischen Zivilisation ist, daß sie immer wieder ungewöhnlich offen für ausländische Einflüsse war und zahllose kulturelle Errungenschaften, zunächst hauptsächlich auch China und Korea, in moderner Zeit auch aus dem Westen, auf nützliche Art der eigenen Kultur zugefügt hat. bis ca. 8000 v. Chr.Bis zum Ende der vorerst letzten Eiszeit war Japan im Norden und Süden über Landbrücken mit dem Festland verbunden und wurde auf diese Weise besiedelt. 5000 v. Chr.Joumon-Kultur. 660 v. Chr.Legendäre Reichsgründung. bis etwa 500 - 300 v. Chr.: SteinzeitDie damaligen Japaner lebten als Jäger und Sammler. Vor dem Jahr 300 v. Chr. gab es keinen Ackerbau. Was den Glauben betrifft, so war nach der Ansicht der Japaner alles, was sie um sich herum sahen, von Geistern beseelt. Sogar Wörter konnten Geister beherbergen. Für diese "Religion" gibt es keinen japanischen Namen, man nannte sie später auf Chinesisch Shintou. Ihr fehlt fast alles, was nach den Kriterien unserer Wissenschaft eine Religion ausmacht: kein Gründer, keine heiligen Schriften, kein Dogma. Und keine nennenswerte Beschäftigung mit dem Tod und einem "Leben" danach. 300 vor bis 300 nach Chr: Yayoi-ZeitBeginn der Eisenzeit. Auffällig daran sind 2 Dinge: erstens ist die Bronzezeit mehr oder weniger ausgefallen, und zweitens kam diese kulturelle Errungenschaft, wie so viele andere auch, aus China. In dieser Zeit begann man auch erst mit dem Ackerbau und führte die Töpferscheibe ein. Genannt wird diese Zeit nach einer Keramiksorte Yayoi-Kultur. ab ca. 350: Yamato-ZeitDies ist eine interessante Zeit, in der es zu alles umfassenden Veränderungen kam. Aus China wurden Kulturgüter aller Art (Schrift, Religion, Architektur, Staatsverwaltung) importiert. Es geschah u.a. folgendes:
Etwa 1/3 der japanischen Oberschicht zu dieser Zeit waren Koreaner. Bemerkenswert ist, daß die Übernahme ausländischer Einflüsse sehr überlegt erfolgte. Es wurde vorher abgewogen, was für die eigene Gesellschaft brauchbar war. Vergleichbares ereignete sich über 1000 Jahre später wieder in der Meiji-Zeit, als japanische Experten alle zivilisierten Länder der Welt besuchten und sich ansahen, was sie für ihr Land übernehmen konnten. (Heraus kam dabei hauptsächlich eine Übernahme von Technologie; Religion wurde zum Beispiel abgelehnt.) ab 592 n. Chr.: Asuka-Zeitab 710 n. Chr.: Nara-ZeitGründung der Hauptstadt Nara. Erste literarische Werke. 794 - 1185: Heian-Periode794 wurde die kaiserliche Residenz nach Kyoto (Heian) verlegt. Um 800: Einführung des Drucks mit Holzlettern. Die offiziellen Auslandkontakte wurden während dieser Zeit und bis etwa 1500 stark zurückgenommen. 1185: Kamakura-PeriodeHier endet das sogenannte japanische Altertum. Das Mittelalter beginnt. 1334: Yoshino-ZeitHerrscherfamilie: Ashikaga (1338 - 1573) In der Nanbokuchou-Zeit (1337 - 1392) war die Herrschaft geteilt in eine Nord- und eine Süd-Dynastie. 1392: Muromachi-PeriodeEtwa im Jahre 1543 landeten die ersten Portugiesen. Es folgten Versuche der christlichen Missionierung, die teilweise aus politischen Gründen gerne angenommen wurde. Die Anzahl der Christen betrug gegen Ende des 16. Jh. ca. 600.000. 1568: Azuchi-Zeit1582: Momoyama-ZeitVerbot der christlichen Missionierung ab 1587. Erste Christenverfolgungen gab es ab 1597. 1614 wurden die Christen dann zu Staatsfeinden erklärt und viele von ihnen getötet. Man befürchtete nämlich ein Unterwanderung des eigenen Staates und anschließende Kolonisierung durch Europa. Beispiele dafür gab es ja genug, auch in Japans näherer Umgebung. In diese Zeit fallen zahllose Auseinandersetzungen und Kriege mächtiger Familien und Provinzen, die erst durch den Sieg von Tokugawa Ieyasu beendet wurden. So wie es im 19. Jh. im Wilden Westen der USA viele Revolverhelden gab, so ist diese Zeit für Japan die Zeit der klassischen Samurai-Helden. Die wurden dann nämlich durch Tokugawa nach seinem Sieg 1600 abgeschafft bzw. zu Bürohengsten umfunktioniert, denn für Verwaltungsaufgaben eigneten sie sich auch gut. Sie bildeten aber nach wie vor die gebildete Oberschicht, durften aber in der neu geschaffenen Klassengesellschaft keinen Grundbesitz haben. 1600 / 1603 - 1868: Shogunat (Edo - oder Tokugawa-Periode)Ende des japanischen Mittelalters, Beginn der frühen Neuzeit. 1618 - 1648 tobte in Europa und vor allem im Ersten Reich als Hauptschauplatz der Dreißigjährige Krieg, der materiell und territorial für Deutschland ähnlich verheerend war wie der 2. Weltkrieg. Auch Japan hatte kurz vorher vergleichbares durchgemacht, allerdings ohne Überfälle von außen. Fürst Tokugawa Ieyasu besiegte in den Jahren vor 1600 nach und nach alle seine Feinde und beendete damit einen langjährigen Bürgerkrieg. Er schuf eine neue Gesellschaftsordnung, die über 250 Jahre lang halten sollte. Folgendes ist dabei bemerkenswert:
Das starre System, das Tokugawa eingeführt hatte und das seine Nachfolger möglichst unangetastet lassen wollten, konnte im Laufe der Zeit den gesellschaftlichen Veränderungen nicht mehr gerecht werden. Am Ende waren die meisten Gebietsfürsten und Samurai bei den eigentlich ganz unten stehenden Krämern hoch verschuldet. Auch kam es zu sich ständig steigernden Revolten der hungernden Landbevölkerung, weil die in Reis und anderen Naturalien zu entrichtenden Steuern nicht den Bevölkerungsveränderungen angepaßt und auch bei Mißernten nicht ermäßigt oder ausgesetzt wurden. So kam es beispielsweise 1837 in Osaka eine Reis-Revolte. Das Shogunat wäre also auch ohne den Besuch amerikanischer Kriegsschiffe wahrscheinlich früher oder später zusamengebrochen.
1853 und 18641853 demonstrierten die Amerikaner der Welt, was sie von der Souveränität fremder Staaten hielten (und bis heute halten), nämlich nichts. Nach dem guten alten Recht des Stärkeren erschien der US-Admiral Perry mit einem Flottengeschwader in Japan (genauergesagt in der tokyoter Bucht) und zwang die Regierung, das Land für den Handel zu öffnen. (Die entsprechenden Verträge wurden allerdings er 10 Jahre später, 1865, vom Koumei-Kaiser unterzeichnet.) Dies war für die erstarrte Gesellschaft ein Schock: man war infolge der eigenen technologischen Rückständigkeit, der man sich sehr wohl bewußt war, einem fremden Eindringling völlig wehrlos ausgeliefert. Und so kam es zu einer in der Geschichte der Menschheit sehr bemerkenswerten 180-Grad-Kurswechsel. Staat und Gesellschaft wurden in nur 1 - 2 Generationen völlig umgekrempelt. Es blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Leider wurden auch viele kulturelle Errungenschaften dabei eingestampft. 1868 Meiji-RestaurationNachdem die Shougune also abgewirtschaftet hatten, suchte man einen neuen Ordnungsfaktor und fand ihn im Kaiser (Tennuo), der auf eine 2000-jährige Tradition zurückblickte. Indem man dem Kaiser nun einen großen Teil der Staatsgewalt übertrug, ging man in der Geschichte 1000 Jahre zurück, denn seitdem hatten die Kaiser keine echte Macht mehr besessen, sondern nur noch repräsentiert und dem religiösen Leben vorgestanden. "Man" war übrigens hauptsächlich die schon erwähnten Touzama, die 250 Jahre zuvor gegen Tokugawa verloren hatten und von diesem in entfernte Provinzen (hauptsächlich Kyuushuu und Shikoku) verbracht worden waren. Nun waren sie wieder da und trieben die Umwälzungen voran. Es wurde auch eine Kommission entsandt, die die ganze Welt bereiste und sich die technischem, militärischen und zivilisatorischen Errungenschaften der einzelnen Länder genauestens ansah. Besonders beeindruckt war man dabei von Preußen. Noch heute tragen japanische Schüler Schuluniformen, die preußischen Heeresuniformen nachempfunden sind. (Mädchen haben übrigens englische Marineuniformen, zu sehen in mindestens jedem zweiten Anime.) Mit der Meiji-Restauration entstand (nach und nach) das, was wir heute als modernes Japan kennen: eine westliche Industriegesellschaft, allerdings ohne die Aufgabe so vieler typisch japanischer Wesenszüge. Übrigens: es war keineswegs von Anfang an so, daß die neuen Industriearbeiter ein Leben lang bei einer Firma arbeiten konnten, wie das heute (teilweise: nur bei 30% der Angestellten!) der Fall ist. Es gab genauso ein Arbeiter-Proletariat wie im frühkapitalistischen Europa. Im Zweiten Deutschen Reich löste man das Problem mit der Einführung der Sozialversicherungen, in Japan dadurch, daß sich die Firmen für ihre Mitarbeiter verantwortlich zu fühlen begannen. 20. Jh.Tennou: Meiji (1868 - 1912), Taishou (1912 - 1926), Shouwa (1926 - 1989), Akihito (Heisei, seit 1989). Wiederum orientiert sich Japan am ausländischen Vorbild. In Europa herrschte die Hoch-Zeit des Kolonialismus, und auch die USA waren mit ihren Raubkriegen (äh, "humanitäre Missionen" meine ich natürlich) beschäftigt. Also beschloß die japanische Führung, ebenfalls ein koloniales Imperium zu errichten. Nach dem Sieg über Rußland 1908 wurde Japan schlagartig für den Westen interessant. 1.9.1923: großes Kantou-Erdbeben. Die Kantou-Ebene ist die große Ebene um Tokyo, und diese samt der Hauptstadt wurde damals durch das Beben und die anschließenden Brände praktisch dem Erdboden gleichgemacht. In den 30er Jahren führte Japan ein Eroberungskrieg in der Mandschurei, der sich dank amerikanischer Waffenlieferungen an die Chinesen endlos hinzog. Nachdem Japan so plötzlich und nicht ganz freiwillig vom Feudalstaat zur Industriegesellschaft geworden war, entwickelte es zwangsläufig eine enorme Nachfrage nach Rohstoffen und vor allem Öl. Mangels eigener Bodenschätze mußten diese importiert werden, mit der wichtigste Grund für den Wunsch nach einem Kolonialreich. Mit der Ölwaffe gelang es dann den USA, Japan in den 2. Weltkrieg zu treiben - das letzte, was die japanische Führung sich gewünscht hatte. Doch Japan hat sich von den verheerenden Folgen des Krieges wieder prächtig erholt und mischt heute bei den Industriemächten ganz vorne mit. Daten
Die Inseln Japans sind die Gipfel einer riesigen Bergkette, die
einst zum asiatischen Kontinent gehörte und die sich während des Känozoikums vom
asiatischen Festland zu lösen begann. Die lange und schmale Hauptinsel Honshu
misst an ihrer breitesten Stelle 241 Kilometer. Die japanische Küste ist im
Verhältnis zur Fläche der Inseln ausgesprochen lang und weist mit ihren vielen
Buchten und Meeresarmen eine Gesamtlänge von 29 750 Kilometern auf. Die
Westküste von Kyushu am Ostchinesischen Meer bildet den unregelmäßigsten Teil
der japanischen Küstenlinie. Einige schiffbare Meeresarme befinden sich an der
Ostküste nördlich von Tokyo, aber im Süden der Bucht von Tokyo liegen die für
die Schifffahrt günstigsten Buchten und natürlichen Häfen Japans. Zwischen
Honshu, Shikoku und Kyushu liegt die so genannte Inlandsee mit vielen kleineren
Inseln. Sie ist mit dem Pazifischen Ozean und über drei schmale Wasserstraßen,
die nur selten von den Stürmen der offenen See erreicht werden, auch mit dem
Japanischen Meer verbunden. Die Westküste der japanischen Inseln am beinahe
gezeitenlosen Japanischen Meer verläuft relativ geradlinig und misst ungefähr 4
830 Kilometer; die einzigen größeren Einbuchtungen in der Küstenlinie sind die
Buchten von Wakasa und Toyama auf der Insel Honshu. Die Sprache ist recht logisch aufgebaut. Wie ihr sicherlich wisst benutzt man in Japan nicht unseren Buchstaben, sondern man benutzt 2 Arten von Zeichensätzen: Zum einen währe da die Kana - Zeichenschrift, die ähnlich wie bei uns wie Buchstaben behandelt werden und somit eine Lautschrift darstellt. Diese unterteilt sich in 2 Schriftarten:
Schließlich gibt es noch die Kanj-Zeichen. Diese kommen aus China. Hierbei handelt es sich um eine Symbol-Schrift. Das heißt ein Kanji steht für ein ganzes Wort.Viele werden sich fragen, warum man nicht das normale Buchstaben-System übernimmt. Das liegt zum einen daran, das es in China sehr viele homophone Wörter gibt. Das sind Wörter die sich nur durch die Tonhöhe unterscheiden, aber im Grunde gleich ausgesprochen werden. Daher braucht man beim lesen eine Schrift die eindeutig ist. Das ganze hat noch einen anderen Vorteil. Wenn man ertsmal die Kanjis beherscht, findet man z.B. In Zeitungen viel schneller das was einen interessiert. Niemand beherscht alle Kanjis, es gibt Fachbereiche mit einbezogen ungefähr 150.000 Kanjis. Der festgelegte Grundstamm, mit dem man schon dass meiste lesen kann, beträgt ca. 1900 Kanjis. In China schreibt man nur mit Kanjis. In Japan kann man wählen zwischen Kanjis und der Kana-Schrift. Meistens enthalten die Sätze beide Schiftformen.Da Japan die Kanjis von China übernommen hat, mussten sie an die japanische Sprache angepaßt werden. Dies hat nun zur Folge, das im japanischen die Kanjis merhere Aussprachemögichkeiten haben. Wie man sich wahrscheinlich denken kann, klappt der Briefverkehr zwischen Japan und China ganz gut. Religion der JapanerDie Fragen, die wir stellen, legen die Antworten fest, die wir bekommen können. Wenn Sie jemanden fragen, welche Religion er hat, dann erwarten Sie eine Anwort wie "Christ", "Katholik" oder "Moslem". Japaner, die mit diesem Aspekt der westlichen Kultur vertraut sind, haben es sich daher angewöhnt, eine Antwort zu geben, die wir erwarten, etwa "Buddhist" oder "Shintoist". Die tatsächlichen Verhältnisse liegen in diesem Fall aber erheblich komplizierter. Das fängt schon mit dem Begriff "Gott" an, der die Wörterbuch-Übersetzung "kami" hat. Dabei muß man wissen, daß unser Gott und die japanischen Kami wenig bis nichts miteinander zu tun haben. Die ursprüngliche Religion im prähistorischen Japan war eine Natur-Religion, die wir heute unter dem Namen "Shintoismus" führen ("SHIN" ist die ON-Lesung von "kami", "TOU" = "Weg"). Diese Religion hat kein Dogma, keinen Gründer, keine heilige Schrift und keinen Gott, sondern verehrt Naturphänomene, etwa alte Bäume, Flüsse und Quellen. In jedem davon steckt eine Gottheit - kami. Damit wird klar, daß diese Götter begrifflich von unserem Gott, der die Welt erschaffen hat etc., völlig verschieden sind. Später kam aus Indien (bzw. Nepal) über China der Buddhismus nach Japan, der auch eher eine Lebens-Philosophie als eine Religion ist. Diese beiden völlig unterschiedlichen Systeme existieren seitdem in Japan einträchtig nebeneinander. Zu bestimmten Anlässen besucht man einen Shinto-Schrein, zu anderen einen buddhistischen Tempel, manchmal auch eine christliche Kirche. Diese sind vor allem bei Hochzeiten recht beliebt, denn so eine Hochzeit nach westlichem Vorbild mit weiß gekleideter Braut gefällt vielen Japanerinnen. * Um die Frage nach der Religion der Japaner nun mit diesem Hintergrund zu beantworten: am einfachsten ist es bei den japanischen Christen, die etwa 1% der Bevölkerung stellen. Sie sind eben Christen, wie wir sie kennen. Die übrigen Japaner mögen durchaus gläubig sein, gehören aber keiner festen, wohl definierten Religion in unserem Sinne an. Japan ist eben auch in dieser Hinsicht etwas besonderes. (Nebenbei: Krieg und Massenmord im Namen eines Gottes ist in Japan dementsprechend auch völlig unbekannt.) * Noch eine Bemerkung zum Tennou: manche Japaner glauben, der japanische Kaiser verkörpere ebenfalls einen kami. Wenn man das ohne Berücksichtigung des kulturellen und religiösen Hintergrundes übersetzt, heißt das ganz leicht, die Japaner verehrten ihren Kaiser als Gott, was dann im Westen günstigstenfalls auf völliges Unverständnis stößt, obwohl es etwas ganz anderes bedeutet. In der Tat ist der Tennou eher der oberste Priester und damit ein Äquivalent zum Papst als ein Kaiser. Reisetipps und japanische KulturAlphabetisch nach Stichwörtern geordnet habe ich hier ein paar Sachen zusammengeschrieben, die Ihnen vielleicht von Nutzen sein können, wenn Sie mal nach Japan reisen Adapter-> Strom AnimeEntgegen anderslautender Gerüchte bekommt man Animes (d.h. Videos, LDs und DVDs) keineswegs an jeder Ecke. Anders sieht das mit den telefonbuchdicken Manga-Sammlungen aus, die meist wöchentlich erscheinen und an jedem Kiosk vorrätig sind. Für höherwertige Druckerzeugnisse (sprich Bilderalben etc.) müssen Sie allerdings dann doch wieder eine Buchhandlung aufsuchen. Es gibt drei Arten von Anime-Läden. Die erste Sorte verkauft Videos und DVDs zum regulären Preis (meist ab 5000 Yen, für Ghibli-Sachen 8000 - 10000 Yen). Die zweite Sorte hat mehr oder weniger viele Sonderangebote. Und die dritte Sorte (z.B. die Läden der Book Off-Kette) verkauft gebrauchte LDs, Mangas, CDs usw. - natürlich ebenfalls erheblich unter dem Normalpreis. Gebrauchte Sachen sind im allgemeinen in sehr gutem Zustand und können praktisch bedenkenlos gekauft werden. AnsichtskartenDa man sich in Japan kaum Karten schreibt, gibt es auch kaum welche zu kaufen. Und wenn, dann meistens Päckchen, die um die 10 Ansichtskarten enthalten. Jedenfalls, wenn Sie wo welche sehen und vorhaben, Ihren Freunden und Verwandten Karten zu schicken, dann sollten Sie zugreifen, denn so schnell werden Sie keine zweite Gelegenheit bekommen. Am besten sind noch bekannte Sehenswürdigkeiten, dort gibt es meistens Karten mit den passenden Motiven zu kaufen. Übrigens kostet das Postkartenporto nach Deutschland 70 Yen (Stand 1999). Wenigstens das ist dort billiger als bei uns. ArbeitsweltBadBahn-> JR BenehmenBusfahrenSie müssen hinten einsteigen und ein Kärtchen mit einer Nummer ziehen. Über dem Fahrer ist eine Anzeigetafel, an der zu jeder Nummer der Fahrpreis steht. Je weiter die Fahrt geht, desto höher klettert diese Anzeige. Wenn Sie aussteigen, werfen Sie das Kärtchen mit dem abgezählten Geld in das Kästchen neben dem Fahrer. Der Fahrpreis beträgt typischerweisen 200 - 300 Yen. Haben Sie kein Kleingeld, können Sie einen 1000-Yen-Schein in einen anderen Schlitz des Kästchens schieben und bekommen dann Münzen heraus. Dieses Prinzip ist überall in Japan gleich. Im übrigen lohnt es sich den Fahrer zu fragen, ob er dort hinfährt, wo Sie hinwollen, denn manchmal gibt es mehrere Bus-Linien gleicher Nummer. Lernen Sie so gut japanisch, daß Sie ersten fragen können und zweitens die Antwort verstehen, denn mit Englisch kommen Sie nicht weit. EssenZum Essen muß ich vorab zugeben, daß ich zumindest einem Teil des typisch japanischen Essens, insbesondere Sushi, nichts abgewinnen kann. Die folgende Zusammenstellung ist also nicht ganz objektiv. Die japanische Tier- und Pflanzenwelt ist zwar schon immer sehr artenreich gewesen, Eßbares scheint aber nicht viel dabei gewesen zu sein. Die traditionelle japanische Küche verwendet daher hauptsächlich Reis, Algen, Fisch und als Gewürz hauptsächlich verschiedene Sorten Soja-Sauce (jap. Shouyu), die allerdings für mich alle gleich schmecken. Dazu kommt eingelegtes und versalzenes Gemüse und eine Menge unidentifizierbarer Dinge.
Übrigens - wenn Sie in einem Restaurant (egal welcher Kategorie) essen, ist immer ein Glas Wasser (im Sommer mit Eiswürfeln drin) umsonst dabei. Wenn Sie es leergetrunken haben, bekommen Sie neues nachgeschenkt (in teureren Restaurants) bzw. können sich selbst nachgießen (in billigeren Eßbuden). Fuurin (Windglöckchen)Sowohl in Animes als auch im realen Japan sieht man öfters diese über den Veranden aufgehängten, an Papierstreifen befestigten Glöckchen, die bei jedem Lufthauch leise bimmeln. Sie dienen nicht nur der Dekoration, sondern haben auch einen interessanten praktischen Zweck. In Japan ist der Sommer bekanntlich sehr heiß und jeder Windhauch wird als Abkühlung herbeigesehnt. Und um diese erhoffte Abkühlung anzukündigen, dienen die Fuurin. Und selbst wenn die Luftbewegung für eine tatsächliche Erleichterung gar nicht ausreicht, gibt es doch immer noch die psychologische Wirkung. GeldWenn Sie eine Unterkunft mit Halbpension haben, müssen Sie zusätzlich mindestens ca. 2000 - 3000 Yen pro Tag für Mittagessen, U-Bahn und Busfahrten, Getränke usw. kalkulieren. Am besten bezahlen Sie bar. Da Japan ein ziemlich sicheres Land ist, brauchen Sie normalerweise keine Angst zu haben überfallen zu werden, auch wenn Sie größere Mengen Bargeld bei sich haben. GeschäfteDie Konviniis (Convenient-Stores, etwas die 7/11) haben immer auf. Die übrigen Geschäfte öffnen meist so ungefähr von 10 - 20 Uhr. Wer zum Shopping gehen will, sollte also kein Frühaufsteher sein. Das Anime-Paradies K-Books in Tokyo-Akihabara macht sogar erst um 12 auf. HarmoniebedürfnisEs ist eins der bekanntesten Japan-Klischees, daß die Japaner besonders harmoniebedürftig seien und sich als eine Art große Familie empfänden, gerade auch im Hinblick auf ihre Firmen und die berühmte lebenslange Beschäftigungsgarantie. Tatsächlich sind die Japaner etwa genau so harmoniebedürftig, wie die Deutschen, Türken, Amerikaner oder jedes beliebige andere Volk. Trotzdem ist dieses Vorurteil wohl nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Es stammt von einem Deutschen, der um das Jahr 1640 zu der holländischen Vertretung auf Dejima kam und dort ein paar Jahre arbeitete. In Europa und speziell im Ersten Deutschen Reich tobte damals der Dreißigjährige Krieg, währen in Japan seit über einer Generation (und noch weitere 200 Jahre) Frieden herrschte. Der Mann empfand Japan damit wohl als eine Art Insel der Seeligen. Er schrieb auch ein Buch, und so ging diese Vorstellung in die Ideenwelt über Japan ein. HotelsDie meisten Hotels in Japan sind inzwischen im westlichen Stil. Es gibt aber auch noch einige im japanischen Stil, sog. Ryokan und Minshuku.
Der Fußboden der Zimmer besteht aus Tatami-Matten und darf selbstverständlich nicht mit Straßenschuhen betreten werden. Auf die Tatamis kommen dann zum Schlafen dünne Matratzen, die tagsüber zusammengerollt im Schrank verstaut werden. Obwohl es vielleicht nicht so aussieht, schläft man auf diese Weise recht gut. Viel Möblierung haben solche Zimmer allerdings nicht, so daß man seine Sachen, wie im Bild ersichtlich, irgendwie auf dem Boden ausbreiten muß. Ryokan und Minshuku sind i.A. billiger als Hotels im westlichen Stil. Ich weiß nicht genau, was eine Übernachtung kostet, aber es dürften trotzdem noch um die 100 DM pro Nacht sein. Japan ist halt ein teures Land. JR"Japan Rail". Eisenbahnfahren ist in Japan kein billiges Vergnügen, Ausländer können aber mit dem sog. Japan Rail Pass für eine bestimmte Zeit (fast) jeden Zug beliebig oft benutzen.
(Stand: November 1999) Gültig ist dieser Pass für folgende Eisenbahnen, Busse und Fähren:
KostenObwohl Japan als eins der teuersten Reiseländer gilt, können Sie dennoch recht billig durchkommen. - Einen Flug bekommen Sie über das Internet für ca. 600 - 700 Euro hin und zurück. Die Preise schwanken allerdings je nach Fluggesellschaft und Jahreszeit erheblich. Suchen spart hier eine Menge Geld! - Für ein relativ anständiges Hotel brauchen Sie nicht mehr als 3000 Yen pro Nacht auszugeben. - Essen: da zumindest bei den billigen Hotels nichts zu Essen dabei ist, können Sie sich 1) selbst etwas aus Deutschland mitbringen (auf dem Hinweg ist der Koffer ja noch relativ leer), 2) im Supermarkt etwas Eßbares kaufen, 3) in ein Restaurant gehen. Wenn Sie sich in eine der Raamen-Küchen trauen, bekommen Sie eine riesige Portion für ein paar hundert Yen. Für Essen und Getränke sollten Sie ca. 2000 Yen pro Tag einkalkulieren. - Transport: Ohne JR-Ticket ist die Eisenbahn praktisch unbezahlbar. Die U- und S-Bahnen in Tokyo sind zwar auch nicht ganz billig, aber die üblichen Strecken, die man so jeden Tag abfährt, addieren sich alles in allem auf höchstens 1000 Yen pro Tag. - Und dazu kommt dann natürlich das, was sie einkaufen. Dafür gibt es natürlich keine Obergrenze. Aber immerhin: an gebrauchten Mangas ist mit Abstand das teuerste der Transport nach Deutschland. (Denn wer kauft davon so wenig, daß er sie noch ins Fluggepäck bringt?) NotrufnummernDiese Nummern sind Japan-einheitlich: 104: Telefonauskunft (gebührenpflichtig) 110: Polizei (kostenlos) 119: Notarzt (kostenlos) OfuroPostkartenReligionSchulsystem6 Jahre Grundschule (ca. 6 - 12) 3 Jahre Mittelschule (ca. 13 - 15) 3 Jahre Oberschule (ca. 16 - 19) danach optional 4 Jahre Universität Nur etwa 25 - 30% der Arbeitsplätze in Japan bieten wirklich die berühmte lebenslange Arbeitsplatzgarantie. Diese Stellen sind dementsprechend sehr begehrt, werden aber vorzugsweise mit den Absolventen bestimmter renommierter Universitäten besetzt. Um in diese aufgenommen zu werden, muß man eine schwierige Aufnahmeprüfung machen. Der normale Schulbesuch reicht dafür nicht unbedingt, daher besuchen viele japanische Schüler zusätzlich noch Nachhilfeschulen. StromDie Spannung beträgt in Japan teilweise 100, teilweise 110 Volt, außerdem sind die Stecker ganz anders. Man braucht also ein auf die entsprechende Spannung umschaltbares Gerät und einen Adapter. Da es schwierig bis unmöglich ist, in Japan einen passenden zu kaufen, müssen Sie einen mitbringen. Takkyuubin
Das ist nicht nur Teil eines Anime-Titels (Kiki's Delivery-Service - Majo no Takkyuubin), sondern in Japan so was ähnliches wie bei uns UPS. Man kann (innerhalb Japans) alles Mögliche überall hinschicken lassen. Leider aber nicht ins Ausland. Dafür gibt es natürlich die normale Post, die aber nicht gerade sehr billig ist. TelefonVon Deutschland nach Japan muß man als Vorwahl 0081 wählen. Von Japan nach Deutschland wählt man zunächst die Nummer einer der Telefongesellschaften (z.B. 001 für KDDI, 0041 für ITJ, 0061 für IDC), dann 0049. Die Schweiz erreicht man entsprechend mit der Vorwahl 0041, Österreich mit 0043. ToilettenNeben den bei uns üblichen Toiletten zum Draufsetzen ist in Japan auch noch eine andere Form von Toiletten verbreitet (man sieht sie gelegentlich in Animes, zum Beispiel in "Lamune Fire" Folge 21), die an im Boden eingelassene, längliche Porzellanschüsseln erinnern. Diese zu benutzen erfordert unter Umständen gewisse akrobatische Fähigkeiten. (Wie die Japaner das genau machen, habe ich nie herausbekommen.) Im Übrigen gibt es bei der Toilettenbenutzung noch eine kulturelle Besonderheit zu beachten, die ich unter -> Umgangsformen beschrieben habe. TrinkgeldTrinkgeld wird nicht erwartet und auch nicht gegeben. Übernachtung-> Hotels UmgangsformenWenn Sie sich höflich und anständig benehmen, kommen Sie überall in der Welt zurecht. Ein paar japanische Besonderheiten sollte man aber trotzdem kennen.
Als Ausländer haben Sie mehr oder weniger Narrenfreiheit, aber es wird Ihnen recht hoch angerechnet, wenn Sie zumindest versuchen, ein bißchen japanisch zu sprechen. WasserDas Wasser ist zwar teilweise relativ stark gechlort, aber überall ohne weiteres trinkbar. Ich habe es in mehreren Städten ausprobiert, das Wasser ist hygienisch absolut einwandfrei. Da es in Japan zumindest im Sommer ziemlich heiß wird, steht an jeder Ecke ein Automat, an dem Sie gekühlte Getränke ziehen können. Das geht mit jedesmal 120 Yen ganz schön ins Geld. Wenn Sie sparen wollen, nehmen Sie eine Dose Eistee, Brause oder so was in der Art mit. Das schmeckt mit dem lauwarmen gechlorten Leitungswasser zwar nicht umwerfend, spart aber auf Dauer einiges an Kosten. Windglöckchen-> Fuurin ZeitIn Japan ist es 8 Stunden später als bei uns (MEZ); es gibt keine Sommerzeit. ZollWenn Sie im Nicht-EG-Ausland etwas bestellen, dann wird an der EG-Außengrenze Zoll fällig, und zwar auf den Warenwert plus die Transportkosten vom Lieferanten zur Grenze bzw. zum Ziel. Auf die Summe aus Kaufpreis und Zoll wird dann noch die Mehrwertsteuer (heißt in diesem Fall Einfuhrumsatzsteuer) draufgeschlagen. Von letzterer bleibt man nur verschont, wenn sie weniger als 18 DM beträgt. Nicht ganz unwichtig ist dabei, wer die Transportkosten zahlt. FOB (free on board) bedeutet, daß Sie den Transport selbst bezahlen, was auf der Rechnung entsprechend ausgewiesen ist. In diesem Fall werden die Transportkosten komplett zum Kaufpreis addiert. CIF (cost of goods) hingegen bedeutet, daß der Versender den Transport zahlt. In diesem Fall muß nur der Transportkostenanteil, der außerhalb der EG angefallen ist, bezahlt werden. Bei einer Sendung von New York nach Frankfurt macht dieser Anteil etwa 2/3 der Gesamt-Kosten aus, 1/3 müssen Sie also nicht verzollen. Wichtige Zoll-Sätze: Bücher und Software auf Disketten sind zollfrei (nicht aber einfuhrumsatzsteuerfrei). DVDs und Software auf CDs: 1%, Musik-CDs: 3,5%, Kleidung etwa 10%. Diese Sätze können sich natürlich immer mal wieder ändern. Wenn Sie selbst reisen und etwas mitbringen, dann ist der Gegenwert von 175 Euro (wenn ich das richtig im Kopf habe, auf jeden Fall zeimlich wenig) zollfrei. Da Japan allerdings nicht gerade zu den Schmugglerparadiesen zählt, haben Sie gute Chancen, den Zoll trotzdem unkontrolliert zu passieren.
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