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Wing Tsun ist ein alter chinesischer Boxstil, der ins Deutsche übersetzt
"schöner Frühling" heißt. Der Legende nach soll dies der Name einer von zwei
Frauen sein, die dieses Kampf- und Selbstverteidigungssystem aus ihren
Erfahrungen im Training mit Mönchen des Shaolin-Klosters entwickelt haben
sollen. Eine ihrer Erkenntnisse ist, dass bei Beherrschung von Techniken auf
gleichem Niveau und bei gleicher Mentalität derjenige Kämpfende überlegen
ist, der über die größere physische Kraft verfügt. Aus diesem Grunde wurden
bei allen Kampfkünsten, die als Sport ausgeübt werden, die Staffelung in
Gewichtsklassen eingeführt.
Um der Überlegenheit von größerer Körperkraft zu entgegnen, wurde unter dem
Einfluss des Tao ein Selbstverteidigungssystem geschaffen, das dieses
physische Ungleichgewicht ausschaltet.
Das System des Wing Tsun basiert auf nur 12 Grundbewegungen. Zugunsten einer
höheren Effektivität und größerer eigener Sicherheit des Verteidigers werden
geradlinige Bewegungen bei gleichzeitigem Verzicht auf artistische Techniken
wie z.B. Tritte zum Kopf oder umständliche Drehtechniken bevorzugt.
Gleichzeitig wird Wing Tsun daher für den Schüler leichter erlernbar und
schneller erfolgversprechend beherrschbar. Ein weiteres Trainieren der
Grundtechniken führt zu gesteigerter Präzision und Schnelligkeit.
Wing Tsun geht davon aus, dass der Verteidiger raumfüllenden schwungvollen
Faustangriffen oder Halbkreistritten dadurch begegnet, dass er diesen in der
Ausführung kurze gerade Konterangriffe in die offene Deckung entgegensetzt.
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Die Vermittlung des Wing Tsun |
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Die Pyramide der Effektivität

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1. Form: Siu-Nim-Tau
Siu-Nim-Tau bedeutet zu Deutsch "kleine" oder "junge Idee". Dem Schüler
werden alle Standbewegungen vermittelt, die für den Kampf wichtig sind. In
dieser Trainingsform werden gymnastische, Körper kräftigende und
Grundtechniken des Wing Tsun miteinander verbunden.
2. Form: Cham-Kiu
Der Begriff Cham-Kiu kann mit "Brückensuche" übersetzt werden. In dieser
zweiten Form beschäftigen sich die Schüler in erster Linie mit Beinarbeit,
da der Gegner nicht statisch ist sondern sich ebenfalls bewegt. Desweiteren
sollen im Cham-Kiu die Pläne des Gegners erkannt und zum eigenen Vorteil
durchkreuzt werden.
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Charakteristisch für das Wing Tsun ist, dass es auf bühnenreife Techniken
verzichtet, die ballettartige Tritte zum Kopf des Gegners beinhalten sowie
gesprungene Tritte oder Fauststöße um die gesamte Achse des eigenen Körpers,
d.h. alle Techniken, die das eigene Gleichgewicht stören, werden bewusst
nicht angewendet. |
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Die Techniken dieses Kampfstiles richten sich an den
Bedürfnissen der Praxis aus, weswegen das Training sich auch nicht wie bei
anderen Kampfkünsten an Prüfungsordnungen orientiert. Ebenso wird von
Prüfungen und Graduierungen abgesehen.
Die Holzpuppe (Mak Jongg)
Die auf der linken Seite abgebildete Holzpuppe ist zumeist nur aus
Hong-Kong-Action-Streifen bekannt. An ihr lässt sich Schlagkraft,
Koordination, Präzision und Schnelligkeit effektiv trainieren. Auf das
Holzpuppentraining sollte im Wing Tsun nach Möglichkeit nicht verzichtet
werden.
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Waffen im Wing Tsun
Im Wing Tsun werden lediglich zwei Waffen eingesetzt. Die eine ist das
Schmetterlingsmesser mit einer Länge von 40 - 50 cm; die andere ist der
Langstock, der bis zu 2,25 m Länge aufweisen kann.
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